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Dieses Motto galt auch für die Ballonfahrt die anlässlich des
Wiederitzscher Herbstfestes verlost wurde. Damals vereitelte schlechtes
Wetter den geplanten Start und dieseer musste verlegt werden. Der
Bitburger Ballon D-OPPL war wieder in Wiederitzsch, das Wetter war vom
feinsten und Klaus Linke war parat. Der Start erfolgte in Taucha, um
die Kontrollzone des Flughafen Halle/Leipzig zu meiden. Um 6:35 Uhr
erfolgte der Start gemeinsam mit dem Ballon "Freiberger Pilsner" der
Leipziger Ballonfahrer. Die Fahrt ging mit Geschwindigkeiten zwischen
18 und 25 km/h Richtung Osten, der aufgehenden Sonne entgegen. Der
Blick Richtung Westen zeigte Leipzig in der Morgensonne, und die
nördlichen Stadtteile mit Parthen- und Rietzschkenaue waren gut zu
sehen.
Die Fahrt ging über den Schwarzen Berg, Pehritzsch, bei Püchau
über die Mulde, Thallwitz, nach Paschwitz. Dies lag nördlich
der Fahrtroute, und nur durch eine bodennahe Südströmung
war eine solche deutliche Richtungsänderung möglich.
Nach 65 Min. war eine schöne und eindrucksvolle Fahrt von
18 km Länge zu Ende. Das Verfolger-Team war fast zeitgleich
mit dem Ballon am Landeplatz eingetroffen.
Klaus Linke beschreibt sein Erlebnis der Fahrt so:
Einen Ballon aus der Ferne hat schon jeder gesehen; aus der Nähe
betrachtet ist es schon ein gewaltiges Gerät. Nachdem die
Verankerung gelöst ist, zieht die wärmere Luft in der
Ballonhülle, von Rolf Rennert fachmännisch dosiert,
den Korb mühelos nach oben, auf eine Höhe von etwa 200
Metern über Taucha, das uns so sauber wie nie zu Füßen
liegt. Absolut still ist es hier oben, nur ab und zu krächzt
das Funksprechgerät auf der Ballonfahrerwelle oder es faucht,
wenn Rolf den Brenner betätigt, um den Ballon immer auf gleicher
Höhe zu halten. Im Morgensonnenlicht sind alle Farben frisch:
die Teiche um Taucha tiefblau, die Parks und die kleinen Wälder
sattgrün, die Häuser und Gewerbeanlagen strahlend weiß
geputzt mit roten Dächern. Alles erscheint so groß
oder so klein, als ob man auf eine Modellbahnanlage schaut. Auf
den Feldern sind großflächige Ornamente zu sehen, die
durch gelegtes Getreide entstanden sind. Dagegen wirken die Kühe
auf einer Weide klein wie Mäuse. Rolf schaltet den Brenner
nicht ein, als wir das Gebiet durchfahren, damit die Tiere durch
das Fauchen nicht erschrecken. Im Osten glitzert schon die Mulde.
Als wir den Fluss mit seinen eindrucksvollen Mäandern und
Auen bei Püchau überfahren, liegt Eilenburg im Nordwesten
und Wurzen mit der gut sichtbaren Silhouette der Keksfabrik im
Südosten. Der Ballon hält genau auf zwei Windkraftanlagen
zu, die hinter Thallwitz auf freiem Feld stehen. Lenken kann Rolf
nicht. Obwohl wir eigentlich landen wollen, muss er die Höhe
halten, um nicht mit den großen Flügeln zu kollidieren.
Danach wird gelandet. Rolf überquert in geringer Höhe
noch schnell ein Wäldchen, eine alte Siloanlage (die auch
noch im Weg stehen muss!), eine Gartenanlage (die sich nicht so
gut zum Landen eignet), noch eine Landstraße, sieht vor
sich ein ungedüngtes Feld und gibt das Kommando: "Festhalten
und weiche Knie machen!" Ein kurzer Ruck, und der Korb hat
in einem Schotenfeld aufgesetzt. Eine Stunde, die wie im Fluge
vergangen ist. Aber wir sind - um Gottes Willen - nicht geflogen
sondern gefahren. Denn Ballonfahrer werden sehr "durstig",
wenn man sie Ballon"flieger" nennt.
Zu dieser Fahrt gibt es eine Diasschau
hier!
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